Willkommen bei Jogi-wan...

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Freitag, 23. Februar 2018

Times are a changin!

Liebe Pfeifenfreunde,

vor ein paar Jahren haben Mani Arenz und ich diesen Blog zum Thema "Pfeife rauchen" gegründet. Der Blogname stammt von unseren Nicknamen in den sozialen Netzwerken, weil uns damals nichts anderes und besseres eingefallen ist. Für viele von Euch ist der Name des Blogs inzwischen ein Begriff, und zwar vollkommen unabhängig von unseren sonstigen Aktivitäten im Netz. Es erinnert so ein bisschen an alte d.a.f.t.-Zeiten, als wahrscheinlich ebenfalls viele Leser nicht gewusst haben, was der Name eigentlich bedeutet.

Ein paar Jahre später und über 1,8 Millionen Seitenaufrufe nach Gründung gilt, frei nach Bob Dylan, "Times are a changin". Ich übergebe den Blog an Markus Jutzi, der großes Interesse gezeigt hat, den Blog eigenverantwortlich weiter zu führen. Dafür ein ganz großer Dank!

Für Euch, liebe Pfeifenfreunde, ändert sich an sich nichts. Ihr habt nur einen neuen Ansprechpartner für den Fall, dass Ihr Fragen und/oder Anregungen etc. habt. Und die Entscheidungsbefugnis liegt nun natürlich und ausschließlich bei Markus.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen weiterhin viele Informationen zu unserem Hobby in diesem Blog!

Viele Grüße,
Jogi  

Sonntag, 4. Februar 2018

Der alte Haudegen - "Germains Mixture N° 7"!

Er sitzt im knarzigen Lehnstuhl, blättert in alten Reviews, lässt sein langes Leben Revue passieren und wundert sich, was man alles schon über ihn gesagt hat. Ja, er ist immer noch der Alte geblieben - wie er so da sitzt. Der Anzug in tiefdunklem Rot, dass weiße Hemd, moosgrün bedruckt, mit seinen Besonderheiten. Das er berühmt sei, steht da, dass er besonders hergestellt ist… ja und sein Name: „Germains Mixture No.7“.


Er sitzt dort, blättert und liest. Liest, dass er nicht mehr der Charakterkopf von früher sei… also von ganz früher. Er erinnert sich an seine Jugendjahre im Germains-Elternhaus auf der Insel Jersey. Sie waren viele Kinder daheim. Er entschloss sich dazu, eine Mixture zu werden und siedelte irgendwann nach Deutschland um. Nach Berlin, um genau zu sein. Große Pläne hatte man mit ihm. Das Image der britischen Kanalinsel, im Zusammenhang mit deutschem Know-How, sollten aus ihm einen Weltstar machen. Nein, das hat nicht funktioniert, lag aber nicht an ihm. Man kämmte und schminkte ihn, versah seinen Anzug mit exakter Bügelfalte und polierte seine Medaillen. Man zähmte ihn und vereinfachte seine Umgangsformen. Die Amerikaner mochten ihn nie. Das Netteste, was man ihm dort sagte, war, dass er der „Scottish Mixture“ von Mac Baren ähnlich sei - nur ohne Biss. Ja, er sei zwar mild, würde aber schnell heiß und sein Aroma erinnere an billigen Rotwein und Omas Parfüm. Letztlich sind seine Flake-Geschwister wohl dort immer noch angesehener… und nicht nur dort. Weil sie echter seien, authentischer, sagt man… und weil sie nie ihre Heimat verlassen hätten.


Das macht ihn schon traurig. Schließlich hat er die Änderungen aufgezwungen bekommen. Er sollte halt ein Seller werden, den Massen gefallen. In Deutschland klappte das ganz gut, er erinnert sich gern an die wunderbaren Tage, wo er der Star des deutschen Marktes war. Weil er eben auch dem Tabakgeschmack eine Chance ließ, durch milde Beigabe von Wein und Gewürzen und durch den Hauch Schokolade seiner guten Burleys sowohl dem Liebhaber süßerer Tabake, als auch dem Freund des Tabakaromas, zusagte. Weil er mild blieb, mit nur wenig Nikotin belastete und weil die Damen ihn mochten, seines guten Dufts wegen. Ach, das war schön. In so vielen Pfeifen zu sein, als „mild, wie das Klima auf Jersey“ bezeichnet und von beinahe jedermann erkannt zu werden. Ein wenig noch hübschte man ihn auf, mit der Zeit. Nicht nötig, eher störend – aber, dem Zeitgeist gehorchend.


Doch wie Menschen so sind. Es kamen andere, neuere Tabake, die Neugier trieb seine Freunde in Scharen fort. Nur wenige kamen wieder. Er schüttelt den Kopf, nein, seine Schuld ist es nicht. Seit damals ist er derselbe geblieben, hat sich nicht mehr angepasst, ist einfach er. Mit seinen Stärken, seinen kleinen Schwächen… und inzwischen sehr grauen Schläfen. Mit seinem Mix aus Virginia, Burley und einem Hauch Black Cavendish, seinem, weinigen, schokoladigen und gewürzten Aroma. Ein bisschen Jersey riecht man noch immer, wenn man ihn aufschraubt… und mancher Pfeifenfreund, ob jung oder alt, lächelt dann! Dann geht ihm das Herz auf, unserem alten, knorrigen Number Seven… und er freut sich, noch nicht ganz vergessen zu sein.
Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 24. Dezember 2017

Frohe Weihnachten 2017!

Liebe Pfeifenfreunde,

wir wünschen allen Lesern schöne Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2018!! Bleibt gesund und genießt die Zeit mit allem, was Euch lieb ist.





Viele Grüße,
Euer Jogi-wan-Team

Überversorgung - Der Putzwahn und seine Folgen

In unserem Land herrscht Pflegenotstand! Das ist schlimm, sehr schlimm sogar, betrifft aber in keinem Fall die in unseren Breiten genutzten Pfeifen. Da wird gepökelt, alkoholisiert und Cake geschrappt. Ein ganzer Tsunami von Hautpflege-Cremes ergießt sich über alle greifbaren Hölzer. Eine Armee von selbst kasteienden Heinzelmännchen fällt mit Zahn- und Wurzelbürsten über unschuldige Rauchhölzer her und schubst ahnungslose, aber im Zustand eigentlich einwandfreie Hölzer arglistig in Ultraschall-Bäder. Da wird poliert, bis die ehemals glatte Pfeife schon ein Sandstrahl-Relief aufweist und gewachst, bis die, wie eine Speckschwarte glänzende Pief, durch die Finger flutscht wie ein nasses Stück Kernseife! Der einzig akzeptable Zustand für einen Schmauchhaken scheint der „ladenneue“ zu sein. Ist er nicht mehr gegeben, erwachen Schrublust und Spieltrieb gleichermaßen im Raucher, Zahnpasta und Babylotion stehen Gewehr bei Fuß und den Nutzungsspuren wird der schäumende Kampf angesagt. Es wäre doch gelacht, wenn man diese Pfeife nicht auch tot pflegen könnte! Stop! Bitte! Nur einen kurzen Moment!

Natürlich gibt es, in den betreffenden Foren, bei Facebook und Co., Aufarbeitungs- und Pflegetipps in rauen Mengen. Manche davon taugen sogar etwas. Natürlich habe auch ich durch die Jahre immer mal wieder solche Tipps und Hinweise gegeben. Was aber scheinbar völlig untergeht, ist, ob die jeweiligen Schritte notwendig und sinnvoll sind. Bekomme ich, durch einen netten Nachbarn oder ein Ein-Euro-Gebot eine Pfeife zugespielt, die aussieht, als sei sie mit ihren jeweiligen Vorbesitzern schon dreimal beerdigt und nach Monaten wieder exhumiert worden, sind extreme Schritte wie Cake räumen, ausputzen mit Alkohol, geschmacksneutralisierender Zitronensaft, Danish Oil, Pfeifenwachs… ja, sogar die Bearbeitung an der Poliermaschine, sinnvoll. Schließlich möchte man keine Pfeife rauchen, die nach Muttererde schmeckt oder sich Mundwinkelpilz oder Herpes zuziehen. Wer es kann, gründlich tut und so aus einem Pfeifen-Zombie wieder ein Schmuckstück macht, hat Spaß dabei… und Grund dazu!


Warum aber werden regelmäßig ge(b)rauchte (und somit auch geputzte) Pfeifen alle vierzehn Tage einbalsamiert, wie weiland Ramses, der Berauchte? Welcher Sinn steckt darin, eine vielleicht ein Jahr alte Pfeife mit Alkohol und Salz abzufüllen? Wieso ertränkt man sein Rauchwerkzeug im Wochenrythmus in Paraffin und zwar so lange, bis das äußerst kriechfähige Zeug in Pfützen IN der Pfeife steht? Das ist dann die, sprichwörtlich, letzte Ölung…

Ja, wenn sie nicht mehr frisch und etwas muffig schmeckt, kann man über Nacht mal einen mit Zitronensaft benetzten Reiniger einziehen. Wenn man Pfeifen nur in der Hand hält, dann kann man, des aggressiven Handschweißes wegen, alle paar Wochen mal ein Tröpchen alkoholfreie Pflegecreme auf dem Kopf verreiben. Wer irgendwann feststellt, dass der so geliebte Glanz auf dem Kopf nachgelassen hat, poliert ihn sanft mit einem 4000er Nagelshiner wieder auf. Kann man alles machen, aber doch bitte in Maßen. Wie hat der olle Paracelsus schon 1538 so richtig gesagt: „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist!“


DAS ist der Punkt! Nein, ich rede hier nicht den Pfeifen-Ferkeln das Wort. Es ist schlicht eine unappetitliche Sauerei, wenn Mundstücke vor Kondensat kleben und die Kopfränder mit einem schwarzen Ring aus Kondensat und Gummi Arabicum verziert sind. Seine Pfeifen verkommen zu lassen ist weder cool, noch zeugt es von Kennerschaft. Wer dieser Meinung sein sollte, braucht auch nie wieder Besteck und Gläser spülen. Doch so gut gemeint ein ambitioniertes Pflegeprogramm für die eigenen Pfeifen auch ist: man tut schnell des Guten zu viel und erreicht das Gegenteil. Das ist so, als gieße man täglich seine Topfpflanzen mit Eimern voller Frischwasser, damit die zarten Kräutlein keinen Durst leiden müssen. Man will etwas Gutes und tut etwas Schlechtes.

Ich finde es großartig, wie liebevoll und gründlich Pfeifenpflege heute durchgeführt wird. Sie tun sich und ihrem Umfeld damit etwas Positives an. Eine gut gesäuberte Pfeife schmeckt nicht nur besser, sie wird von der Umwelt auch mit deutlich besserem Geruch wahrgenommen. Was allerdings die Intensität der Pflegemaßnahmen angeht, möchte ich Ludwig Erhard zitieren (nein, nicht Heinz, sondern Ludwig) : „Maß halten !“… und da hatte er recht, auch, wenn er Zigarrenraucher war!

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Montag, 18. Dezember 2017

News 2017: Ein "Pfeifenatlas" von Pfeifenrauchern für Pfeifenraucher!

Liebe Mit-Pfeifenraucher und Genussfreunde,
im Dezember 2016 entstand auf einer Geschäftsreise, inspiriert von einem YouTube-Video von Dieter Niermann, die Idee, eine Liste aller guten Pfeifen- und Tabakgeschäfte in Deutschland zusammenzutragen, damit man auch fernab der Heimat nicht auf gute Beratung in Sachen Pfeife und Tabak zu verzichten braucht oder vielleicht einen Besuch in einem schönen Geschäft verpasst, weil man von dessen Existenz gar nichts ahnte.
Aus der Idee wurde ein Aufruf an die YouTube-Pfeifen-Community, gemeinsam eine Liste mit Empfehlungen von Pfeifenrauchern für Pfeifenraucher zusammenzutragen. Sehr schnell entstand eine lange Liste, da viele YouTuber ihre Lieblingsgeschäfte meldeten.
Schnell haben wir, die YouTuber „Peter Friedenspfeife“ und „Mäxx“ Galenas“ uns zusammengefunden, und dank Mäxx‘ Idee und technischen Fähigkeiten wurde aus der Liste ein „Pfeifenatlas“ in GoogleMaps.
Nach einem furiosen Start kamen die Mühen der Ebene: Die vielen Meldungen und Informationen aus der Community mussten erfasst und in ein einheitliches Schema gebracht werden. Dabei stellte sich heraus, dass uns viele Informationen fehlten. Viele Pfeifenliebhaber hatten uns nur die Namen ihrer Lieblingsgeschäfte genannt, aber keine weiteren Informationen geliefert. Weitere Aufrufe auf YouTube brachten eine deutliche Verbesserung, aber letztlich mussten wir uns viele Informationen über das Internet selbst besorgen.
Was wir nun hier veröffentlichen ist eine Karte von Pfeifen- und Tabakgeschäften, die auf den Empfehlungen der Pfeifen-Community beruht (s. Link unten). Jedes Geschäft ist mit einem Pfeifensymbol in der Karte markiert, durch Klicken auf das Symbol öffnet sich ein Fenster mit Informationen zum Geschäft und, soweit vorhanden bzw. von uns gefunden, Links zu Videos auf YouTube zu dem jeweiligen Geschäft.
Unser Ziel war es, folgende Informationen zu liefern:
  • Kurze Beschreibung des Geschäfts und der Qualität der Beratung
  • Gibt es Haustabake?
  • Bekommt man Tabakproben?
  • Gibt es eine Raucherlounge/Raucherecke?
  • Gibt es einen begehbaren Humidor?
  • Werden Spirituosen angeboten?
  • Gibt es einen Online-Shop?
  • Gibt es weitere Besonderheiten?
  • Welcher Pfeifenraucher empfiehlt dieses Geschäft?


Weitere Informationen wie Adresse, Telefonnummer und Internetadresse liefert GoogleMaps praktischerweise gleich mit.
Wer sich die Karte ansieht, wird feststellen, dass bei einigen Geschäften zu allen Punkten Informationen eingetragen sind, bei anderen dagegen nicht. Dies liegt wie gesagt daran, dass viele YouTuber uns nur lückenhafte Informationen geliefert haben und auch über das Internet nicht immer alle Angaben vervollständigt werden konnten.
Daher ist diese Karte teilweise sozusagen noch eine Baustelle. Abgesehen davon, dass bestimmt noch viele schöne Geschäfte ganz fehlen, die wir gerne noch ergänzen möchten, würden wir auch die fehlenden Angaben bei den eingetragenen Geschäften gern komplettieren. Insbesondere wäre uns daran gelegen, zu jedem Geschäft eine kurze Beschreibung zu bekommen, da gerade dies ja das Besondere an der Karte sein soll: Die Empfehlungen von Pfeifenrauchern für Pfeifenraucher.
Deshalb würden wir uns über jede Ergänzung, auch Korrektur, der Informationen in der Karte freuen. Alle, die Informationen und persönliche Eindrücke zum „Pfeifenatlas“ beitragen möchten, bitten wir, uns diese über die Kommentarfunktion hier im Blog, über PNs auf YouTube oder über Kommentare zu einem unserer Videos auf YouTube zum Thema „Pfeifenatlas“ mitzuteilen, wir freuen uns über jede Ergänzung.
Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Pfeifenrauchern, die mit ihren Beiträgen zum Entstehen dieses Pfeifenatlas beigetragen haben!
Ein ganz besonderer Dank geht an Jogi, der uns gleich zu Beginn in Aussicht gestellt hat, den Pfeifenatlas hier in seinem Blog zu veröffentlichen und diese Zusage nun auch eingehalten hat. Einen besseren Platz, um diese Karte möglichst vielen Pfeifenrauchern zugänglich zu machen, können wir uns nicht vorstellen.
Nun wünschen wir allen Pfeifenrauchern viel Spaß beim Stöbern im Pfeifenatlas!

Peter Friedenspfeife & Mäxx (Galenas)

Hier geht es zum Pfeifenatlas!

Sonntag, 3. Dezember 2017

Da geht noch was - Über die Marktsituation bei gebrauchten Pfeifen!

Ja, alles wird teurer, ich weiß! Natürlich gilt das auch für Pfeifen. Für gebrauchte und für neue erst recht. Wer in den letzten Monaten bei Ebay, Quoka und Co. oder in einschlägigen Facebook-Gruppen nach gebrauchten Rauchwerkzeugen Ausschau hält, kann sich gelegentlich des Eindrucks nicht erwehren, dass dort Teile des Nibelungenschatzes veräußert werden oder der Verkäufer zum realen Warenwert gleich noch Datum und Uhrzeit dazu addiert hat, um auf einen „supergünstigen“ Verkaufspreis zu kommen.
Oft ist man dann versucht, betreffende Seiten sofort wieder zu schließen, nicht aber, ohne dem jeweiligen Verkäufer Realitätsverlust und einen dringend benötigten Therapietermin zu unterstellen. Ja und nun? Gut, wer sein Geld quasi im Schlaf verdient, kann es sich vielleicht leisten, die verlangten Mondpreise zu zahlen, ohne das der innere Schweinehund auf verminderte Zurechnungsfähigkeit plädiert. Wer sich aber für seine paar Kröten im Monat krummlegen muss, sieht es nicht ein, einen Teil dieser Kohlen auch noch sinnlos durch die Gegend zu werfen wie der heilige Nikolaus die Nüsse.
Prestige - der erste Begriff, den es zu hinterfragen gilt, will man zu einer befriedigenden Lösung des Problems kommen. Gut, wer seine Pfeifen beim Stammtisch immer mit dem Markennamen nach oben ablegt, damit die eigene „Kennerschaft“ durch Rauchhölzer mit bekanntem Schriftzug untermauert wird, hat ein Problem. Damit dieses Vorhaben gelingt, muss es sich dabei um Namen handeln, die die Allgemeinheit der Pfeifenraucher kennt und, aus welchem Grunde auch immer, als besonders wertig und somit wertvoll einstuft. Oft steckt hinter diesen Namen aber gar keine besondere Qualität, sondern schlicht gutes Marketing. Ein Marketing, dass den Besitzer solcher Pfeifen als Kenner, womöglich sogar als wohlhabenden Kenner ausweist. Das ist dem Besitzer wichtig, der Gruppe, in der er sich bewegt, meist auch… na ja, und schon haben wir den Salat. Weil man selber auch dazu gehören will, auch von diesem Ruf profitieren will, sucht man nach diesen Namen auch auf dem Gebrauchtpfeifenmarkt. Da das als Herdentrieb funktioniert, ergeben sich rasch für die gesuchten Marken astronomische Preise… und die werden auch noch bezahlt. Fatal, dass sogar viele Pfeifenraucher wissen, welchem System sie da aufsitzen, sie aber einfach nicht die Chuzpe haben, sich als selbstständig denkendes und gegen den Strom schwimmendes Individuum zu etablieren. Halten Sie in entsprechenden Kreisen eine Dunhill in die Luft… und sehen Sie , wie schnell das Leuchten in den Augen abnimmt, wenn sie sie gegen eine Astley's oder Blakemar austauschen. Kriegen Sie das hin?


Wenn ja, kommen wir zum zweiten wichtigen Begriff: Fachwissen! Nein, bitte nicht gleich die Augen zukneifen oder rollen, ich bitte hier auch Beginner, erst einmal weiter zu lesen. Ich will Sie nicht zum Studium der Pipologie nötigen. Mir geht es nur darum, aufzuzeigen, wie sehr man Geld sparen kann, wenn man sich ein wenig interessiert. Wem es nun gar zu widerwärtig ist, sich ein wenig mit Hintergründen und unbekannteren Pfeifenmarken zu beschäftigen, wer nicht in Ruhe Angebote anschauen und für sich eine persönliche Wertigkeit festlegen will, ist vielleicht bei der falschen Leidenschaft gelandet… oder ihm ist dieses ganze Thema egal und er kann sich spätestens an diesem Punkt aus dem Artikel verabschieden und etwas für sich sinnvolles tun.
Für die Weiterleser vielleicht ein kleines praktisches Beispiel! Sie finden bei Ebay das Angebot einer „Courrieu Cogolin“-Pfeife. Gute Fotos zeigen Ihnen eine wunderbare Sandstrahlung, ein klassisches Army-Design, mit Hallmarks… einfach schick! Das Problem ist, dass Sie noch nie von dieser Firma gehört haben. Die Auktion läuft noch zwei Tage, die Pfeife steht bei 3,50 Euro. Zeit und Anreiz genug, am Rechner ein neues Fenster zu öffnen und dem allwissenden Klugscheisser „Google“ diesen Markennamen vor den Latz zu knallen.
Der teilt Ihnen mit, dass es sich dabei um die älteste französische Pfeifenfabrik handelt, immer noch in Familienbesitz und mit einer Tradition seit 1802! Zu dieser Zeit haben die Macher der „allgemein angesehenen Marken“ pfeifentechnisch noch auf den Bäumen gelebt. Schau' mal an. Sie erfahren zusätzlich etwas über die Geschichte des Unternehmens und über den hohen Qualitätsanspruch, den man dort immer noch an die eigenen Produkte stellt. Eine kurzweilige halbe Stunde haben Sie mit dieser Informationssuche verbracht - es kann Spaß machen, zu lernen. Nun greifen sie zu Ihrem kleinen Notizbuch (ja, ich bin halt altmodisch) und notieren sich den Namen samt einiger, für Sie relevanten Infos - für das nächste Mal.


Dann kehren Sie zum Angebot zurück, sehen die bislang unbekannte Pfeife mit ganz anderen Augen und beschließen, bei diesem schönen Zustand einfach mal zwanzig Euro zu riskieren. Zwei Tage später sind sie im Besitz einer, großartig gefertigten und wunderbar zu rauchenden Pfeife, mit hohem klassischem Anspruch… für 17 Euro. Denn, außer Ihnen wussten scheinbar nur zwei Bieter halbwegs, worum es hier geht, wollten diese Pfeife dann aber auch noch geschenkt haben. Schönes Schnäppchen, SIE wissen das. Wenn am Stammtisch später jemand mit dem Namen nichts anfangen kann, ist das doch sein Problem. Sie sind, nur durch ein wenig Information und sorgfältige Begutachtung, zu einer tollen Pfeife gekommen. Das zählt letztlich, NUR das zählt, wenn es darum geht, Freude und Genuss bei der Leidenschaft zu empfinden… alles andere ist Show für die Galerie. Sie können den Namen beliebig austauschen, ganz nach persönlichem Geschmack oder geographischen Vorlieben könnte da auch Gigi, Civic, Danmore oder Kansas drauf stehen. Informationen gibt es genug, ein Füchschen und später ein Fuchs zu werden ist gar nicht so schwer - und Spaß macht es, wie schon gesagt, auch noch.


Um diesen Zeilen Gewicht zu verleihen, könnten wir jetzt noch über antizyklisches Kaufverhalten schwadronieren oder die unbedingte Kennerschaft des Pfeifenmarktes als unverzichtbare Basis für einen qualitativ hochwertigen Pfeifenbestand festlegen. Doch so kompliziert ist es gar nicht. Einfach mal die herkömmlichen Suchraster löschen. Durch die Angebote spazieren wie über einen Flohmarkt… und mit offenen Augen das betrachten, was einem gefällt und nicht immer nur das, für das man sich üblicherweise interessiert. Vielleicht auch zweimal hinschauen und ruhig gelegentlich dem Bauchgefühl vertrauen. Kann man ruhig machen, da es allgemein nicht gerade um Unsummen geht, die investiert werden müssen. Wenn dann an besagtem Stammtisch mal wieder Objekte der „Platzhirschen“ herum gezeigt werden, kann man still in sich hinein lächeln und die eigenen „unbekannten“ Hölzer vorzeigen. Die oft erstaunten und verblüfft anerkennenden Gesichter der vermeintlichen Kenner gibt es dann gratis dazu. Ich kann nur raten es einmal auszuprobieren.
Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings

Mittwoch, 29. November 2017

TAK - Moro Cake

Darf man eigentlich schreiben, dass Tabak sexy ist?… und dann noch ausgerechnet Latakia? Man darf!

Wohlig süß, butterweich, wunderbar rund und mit sattem reifem Aroma spielen die 50% Latakia ihre Stärken aus, dazu kommen Virginias von feiner Würze, ein samtiger Black Cavendish und etwas fruchtig perlender Perique zur delikaten Abrundung. Ein Leckerbissen italienischer Art, für den Toms Mitarbeiter
Salvatore verantwortlich zeichnet. Molto gustoso, grazie amico mio! Für L-Fans wieder mal ein Fest… und schon der Duft aus der Tüte lässt die Synapsen tanzen!



Autor: 
Ralf Dings