Willkommen bei Jogi-wan...

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Freitag, 14. Juli 2017

McClelland - Town Topic (Premium Aromatic)

"Delightfully fragrant in the room, soft on the palate, this smooth blend has long-lasting good taste. Delicately maple flavoured in a time-honoured tradition for a smoke that's the talk of the town."

Da stecken schon, wenn man sich darauf einlassen mag, Dosenprosa zu deuten, einige Schlüsselbegriffe drin, die andeuten, was dem Raucher dieses Blends bevorsteht - positiv interpretiert eine weiche, sanfte, hintergründige Raucherfahrung. Klingt zunächst sehr interessant für mich, der ich zwar gerne auch naturnah rauche, aber dennoch rasch dabei bin, Blends als zu kräftig oder zu vollmundig für meinen persönlichen Geschmack zurückzuweisen.


Das an Maple angelehnte Aroma ist zwar eines der besseren, riecht aus der Dose nicht chemisch, und es ist wirklich vergleichsweise dezent eingesetzt - das ist aber auch schon das erste Manko, erstaunlicherweise.

Vor dem Anzünden muss der Käufer zunächst Geduld haben (oder die Mikrowelle einsetzen): Konstruktionsbedingt ist der Tabak so feucht, dass er nach mehreren Monaten in der entsiegelten und nur mit dem Kunststoffdeckel wieder verschlossenen Dose IMMER noch 24 Stunden (portionsweise bei Raumluft ausgelegt) braucht, um trocken genug für das Rauchen im Rahmen einer fairen Beurteilung zu werden.

Den „Town Topic“ habe ich, fürs Protokoll, aus Bruyères und Cobs ohne Verwendung eines Filters geraucht. Beim Anzünden der recht grob gerissenen Mischung entfaltet sich zunächst das Maplearoma, süß, natürlich - und ganz, ganz schwach. Glimmt der Tabak dann zufriedenstellend, steigt sichtbar Rauch auf. Das war es im Grunde.

Die Tabakmischung besteht zu 80-90% aus burleybasierten Black Cavendish - der ebenfalls nicht regelrecht minderwertig zu sein scheint, jedenfalls schmeckt er nicht von vornherein widerlich, säuerlich, harsch, sondern benimmt sich ab Start noch recht zivilisiert. Die verwendeten Tabake tragen so gut wie nichts zum Erlebnis bei, nur auf nüchternen Gaumen und bei kontemplativem Hinschmecken kann ich bestätigen, überhaupt so etwas wie ein Tabakprodukt zu konsumieren.


Ehrlich formulieren möchte ich es so: Der „Town Topic“ ist alles in allem zu schwach, um ihn anständig rauchen zu können. Das Problem, vielleicht auch nur MEIN Problem ist: das Zeug schmeckt GAR NICHT; das Topping ist beim Rauchen so hintergründig, dass ich instinktiv versuche, schneller und kräftiger zu ziehen. Dasselbe passiert, wenn ich nach so etwas wie "Body" im TT suche, oder gar Nikotin. Und dann kippt er sofort, wird bitter, schmeckt angebrannt - wohlgemerkt, AUCH hintergündig - aber erholt sich danach nicht wieder.

Hätte man, ich deutete es oben bereits an, wenigstens ein bisschen mehr Aroma verwendet, dann könnte der TT wenigstens in dieser Kategorie glänzen, um die Naschsucht zu befriedigen. Aber in dieser Konfiguration kann ich mir beim besten Willen niemanden vorstellen, dem ich den „Town Topic“ empfehlen würde. Zwar gibt es durchaus Raucher, die auf der Suche nach der ultimativen Leichtigkeit sind - aber denen seien doch besser Blends ans Herz gelegt, die sie auch ohne die Umstände und Unwägbarkeiten einer US - Bestellung erwerben können.


Autor:
Markus Heinrich


Dienstag, 11. Juli 2017

TAK - Scottish Blend Aromatic

Ja, woher soll ich denn wissen, wie der ideale Beginner-Tabak schmeckt? All' die Jahre wussten das doch vor allem weniger versierte Händler ganz genau. Nach Nuss, Frucht und sonst was musste er schmecken… nur nicht nach Tabak. Soviel Aromasoße, wie möglich drin… damit es dem Einsteiger auch schön in der Pfeife gurgelt und auf der Zunge brennt. Ich will aber nicht undankbar sein. Allmählich setzt ein Umdenken ein und man traut auch dem Neuling an der Pfeife zu, Tabakaromen für sich zu bewerten und auf sich wirken zu lassen… und das funktioniert scheinbar ganz gut.

Eine Empfehlung, die ich heute aussprechen möchte, kommt aus dem, zur Zeit, wohl kreativsten Tabakhaus unseres Landes, von Tom Darasz aus Kiel. Unter seiner Marke TAK bietet Tom eine Mischung an, die ausgewogener und milder kaum sein könnte. Dabei hat Herr Darasz dabei gar nicht mal das Pulver neu erfunden. Er hat sich nur der ehemals so beliebten „schottischen Mischungen“ erinnert und einen sehr kultivierten Vertreter dieser Tabakart geschaffen. Helle und dunkle Virginias werden mit etwas Burley abgestimmt und dezent mit einem süßenden Aroma versehen. Was so einfach klingt, ist es aber nicht. Die Mischungsverhältnisse wollen wohl austariert sein und das zugegebene Aroma darf die feinen, aber prägenden Eigenaromen der Tabake nicht überdecken.


Sehr gelungen würde ich sagen. Zarte Heunoten der Virginias haben ebenso Platz, wie ein wenig Nussigkeit, die der Burley zusteuert. Eher delikat, als zu süß, macht die Mischung auch aus größeren Köpfen Spaß. Durch ihre Harmonie fördert sie sehr entspannten Tabakgenuss, ist aber kein „laues Lüftchen“, man darf schon merken, dass man raucht… aber keinerlei Spitzen, keine Schwankungen im Geschmack - und das tatsächlich über die gesamte Füllung. Der Umgang mit dem „Scottish Blend Aromatic“ wird zusätzlich durch seinen feinen, eher langfaserigen Schnitt erleichtert, der sich einmal gut stopfen lässt und zum Zweiten eigentlich zu jeder Pfeifengröße passt… wenn es nicht gerade ein Fingerhütchen mit Mundstück ist. Ein wenig vorgetrocknet glimmt er ruhig und gleichmäßig, was die ersten Füllungen ja nun auch merklich erleichtert. Zudem ist er äußerst friedlich im Umgang mit der Zunge und hat keinen Hang zum Sottern. Ideal? Jooo… könnte man so sagen!


Wenn das aber der ideale Tabak für Beginner ist, wieso rauche ICH davon jetzt die dritte Füllung hintereinander? Nun, weil friedensstiftende Mischungen, wie diese, auch ein Labsal für den erfahrenen Raucher sein können. Kein Gezicke, keine Tricks, keine umständliche Vorbereitung. Das ist doch manchmal genau das, was man sucht. Wenn man sich einfach ein entspannendes Pfeifchen gönnen möchte, ohne sich groß darauf konzentrieren zu müssen… auch da hat dieser Mix seinen eigenen Charme.

Ganz dicke Empfehlung also, für die noch nicht so versierten Pfeifenfreunde, die gern auch was vom Tabak schmecken möchten, ohne das das Gefühl aufkommt, gleichzeitig in einen Obstkorb gebissen zu haben… und auch den alten Hasen ist zu dieser Mixtur zu raten. Einmal, weil es sich um einen Tabakkumpel für alle Fälle handelt… aber auch, weil man sich so wunderbar an die alten „Scottish Mixtures“ erinnern kann, die der Zeitgeist samt und sonders hinweg gerafft hat. Da ist der Bursche hier schon auch ein kleines Juwel! Besonders erfreulich, dass es das schon für 11 Euro für 100 (!) Gramm gibt.


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Freitag, 7. Juli 2017

Mac Baren - Mixture Flake

Es gibt ihn schon lange, und doch fand er nie so richtig zu mir. Das ist seltsam, denn ich bin ein bekennender Fan „der Allzweckwaffe für den Pfeifenraucher“, nämlich der „Mixture – Scottish Blend“ von Mac Baren. Wirklich erstaunlich, denn ich mag auch Flakes… Bis mich die Nachricht erreichte, dass die Flake-Variante der „Mixture“ nun nicht mehr in der Dose erhältlich ist, sondern nun in einem Pouch, in dem sich eine quadratische Kunststoffform befindet. In dieser Form liegen Flakes in einer Konsistenz, wie es nicht besser sein kann. Also nun doch auch mal die Flake-Variante für mich...


Lecker sehen sie aus… die kleinen Flakeplatten, bestehend aus Virginias, Burley und dem sog. Mac Baren Original Cavendish. Der Durchmesser setzt positive Maßstäbe, denn genau so wird das Stopfen der Pfeife mit einem Flake zum leichten Spiel. Es duftet aromatisch und ich vermag auch hier beim besten Willen keine klare Aussage darüber treffen, um was für eine Aromatisierung es sich handelt. Typisch „Mac Baren“? Ich nehme das in diesem Fall so hin, denn auch bei der „Mixture“ duftet Honig anders als auf vielen Seiten der Pfeifenrauchergemeinde diskutiert.


Das Ganze glimmt leicht und sanft vor sich hin, ist mittelstark und überfordert niemals. Die Devise lautet „Flake rauchen leicht gemacht – Für Anfänger geeignet“. Selbst der Kopf der Pfeife darf durchaus etwas größer sein…. Vielleicht, damit sich das Aroma noch ein kleines bisschen besser entfalten kann/soll. Kein geschmacklicher Überflieger, der die Tabakfeinkost bis zum Exzess vollzieht. Ganz solide für Fans aromatischer Tabake, denen die Vanille und auch die Fruchtaromen zum Hals heraus hängen. Ups.. die rauchen ja schon seit Jahrzehnten die „Mixture“…. Na ja, vielleicht probieren sie nun endlich doch mal einen Flake. Etwas Abwechslung kann ja nicht schaden. Bleibt die Frage, ob der Flake nun exakt wie die „Mixture“ schmeckt. Irgendwie schon und irgendwie doch nicht…. Etwas dezenter in seinem Aroma, etwas natürlicher, aber sonst…?



Autor: Ralf Ruhenstroth

Montag, 12. Juni 2017

Der Zauber mangelnder Verfügbarkeit!

Vorbei… aus und vorbei! Vorbei die Zeiten, als man die Karte von Mallorca nicht zuerst nach Sehenswürdigkeiten durchsuchte, sondern in die jeweiligen Planquadrate die Lagen der größten Tabakgeschäfte einzeichnete. Vorbei die Zeit, als jeden Pfeife rauchenden Spanienurlauber beim Hinweisschild „Tienda de Tabaco“ oder schlicht „Tabacos“ ein wohliger Schauer überkam und er sich zur Schatzsuche bereit hielt! ...und dann das Gefühl, wenn man im Laden einem Zehnerpack „St.Bruno“ ganz allein gegenüber stand. Da verkamen Steilküsten, Kathedralen und Sandstrände zur puren Staffage.


Das konspirative Lächeln des Paketboten, wenn er uns mal wieder ein Päckchen aus Elisabeths Königreich in die Hand drückte, dass sich beim Zoll durchgemogelt hatte. Die zittrigen Finger beim Öffnen… und dann, wenn Augen und Hirn langsam und feierlich registrierten, was da auf dem Inhalt stand: Sankt Bru-No Flake…ach, einfach herrlich.

Vorbei auch die Zeit, wo man sich Freunde nicht nach der Zuneigung aussuchte, sondern nach Urlaubsziel oder gar Verwandtschaft. „Ach…Du bist gebürtiger Spanier? Deine Eltern leben immer noch dort? Interessannnnt… Zeit für einen Kaffee?“ „Du fährst nach Barcelona, im Urlaub? Aha… ja,j a… tolle Stadt! Du… ich hätte da mal ‚ne Frage!“


War es nicht auch ein großartiges Gefühl, wenn man dann alle Tricks erfolgreich ausgereizt hatte und daheim im Tabakschrank ganze drei Pouches mit der geliebten Aufschrift lagen? Reich… man war reich. So reich, dass die Gebrüder Albrecht dagegen gefühlte Sozialrentner waren! Meiiiin Schatz!

Das soll nun alles Geschichte sein? Nur, weil Mac Baren der ewigen Nölerei phantasieloser Raucher nachgibt, die nicht willens und in der Lage waren, sich für Genuss etwas zur Decke zu strecken? Was soll nun aus den Sozialkontakten zu Deutsch-Spaniern werden? Wie soll der Tabak schmecken, wenn man ihn einfach beim Händler aus dem Regal nehmen kann, ihm also der Prozentsatz an Zauber fehlt? Das ist ja so, als stünde ich vor dem Eingang zum Wald, würde die würzige Luft schon riechen, ein letztes Mal die Klinge des Pilzmessers überprüfen… und jemand käme aus der Schonung und stellte mir einen Korb bereits geputzter Pfifferlinge direkt vor die Füße!?


Ja… geht… geht nur und holt Euch im Spätsommer vom Laden an der Ecke einfach so Euren „St. Bruno Flake“. Wenn Ihr es nicht fühlt, Ihr werdet es nicht erjagen. Für mich hingegen bleibt nur wenig Trost. Doch…warte mal… CONDOR… ja, klar! CONDOR heißt die Medizin. „Entschuldigung, habe ich es richtig verstanden, dass Ihr in diesem Jahr nach Andalusien fahrt? Ja? Wunderbar, ich hätte da mal ‚ne Frage….!“

Ihr Ralligruftie



Autor: Ralf Dings

Samstag, 10. Juni 2017

Presbyterian - Presbyterian Mixture

Die frisch gekaufte Dose öffnen, gleich wieder schließen und gegen den starken Drang ankämpfen, sie mit Schmackes in den Müll werfen zu wollen. So geht es mir ganz oft mit Tabaken, die im Hause Planta angemischt werden. Das liegt nicht an Qualität oder Auswahl der verwendeten Grundtabake, sondern am typischen Planta-Hauscasing, das viele Raucher kennen, aber nur wenige benennen können. Für mich riecht es regelrecht widerlich. Aber ich weiß, dass sich dieser Geruch nach ein, zwei Stunden des Lüftens und wenigen Tagen Ruhezeit des Tabaks in der wieder verschlossenen Dose auf ein, auch für mich, erträgliches Maß reduziert haben wird, handelt es sich doch beim „Presbyterian“ nicht im mindesten um eine aromatisierte Mischung, sondern im Gegenteil, um einen raffinierten Engländer, der einiges zu bieten hat.


Butterig-weiche Orients nämlich zuerst und zuvorderst. Die milde, süßliche Variante, die tatsächlich ein bisschen nach Butter schmeckt und die einen ein bisschen an die milderen Blends von Samuel Gawith erinnert, „Skiff“, „Squadron Leader“. (NICHT die Sorten, die sich durch prägnante, fast animalische Würze auszeichnen; der Rattray's „Red Rapparee“ fällt mir hier ein, oder altmodische Orientzigaretten, "Botschafter" und ähnliche.)

Soviel von diesen Orientsorten beinhaltet der „Presbyterian“, dass der helle süße Virginia (der auch, ich bin mir sicher, das eingangs besprochene Haus-Aroma mitbringt) nur eine untergeordnete Rolle spielt. Aber die weichen, leichten Orients mit einem zu derben Virginia zu erden, würde den Blend auch unausgewogen erscheinen lassen. Der Latakia ist so hintergründig vertreten, dass einige Reviewer sogar rundheraus verneinen, überhaupt welchen wahrzunehmen. Ich schmecke ihn deutlich heraus, er rundet den „Presbyterian“ aber lediglich als Gewürz ab (hey, das ist WICHTIG, bei Speisen genauso wie im Tabak!), anstatt den Blend mit seiner Rauchigkeit zu dominieren.

Für mich persönlich ein Tabak für kühle, regnerische Sommertage, an denen die hellen Virginias zu sonnig schmecken würden, aber auch keine Herbststimmung aufkommen soll. Er ergänzt wunderbar den Duft feuchter Vegetation, wenn man ihn auf der überdachten Veranda oder auch nur am offenen Fenster im langen Zwielicht verregneter Nachmittage genießt.


Autor: Markus Heinrich


Freitag, 12. Mai 2017

Vom Underdog zum kleinen Star!

Nö, Sie kennen mich nicht. Ich war immer schon eher unscheinbar und von Geburt an auch nicht zu höheren Weihen berufen. Ich stamme aus einer Zeit, wo es viele wie mich gab. Ohne viel Liebe und Mühe zur Welt gebracht, kaum komplett, schon mit vielen Artgenossen in einem großen Korb. Dort erschien dann gelegentlich eine Männerhand, wühlte uns eher lustlos durcheinander und nahm ein, zwei von uns heraus … ohne uns auch nur einen näheren Blick zu schenken - einfach so. War wohl auch besser, denn ich und viele Artgenossen waren und sind alles andere als fehlerlos.

Nun, zur Arbeit taugten wir. Bei Regen und Wind draußen, oft zugestopft mit billigen und sehr fein geschnittenen Tabakfasern. Mir ging es auch so. Jahrein, jahraus… den ganzen Tag diese Gluthitze, nicht einmal der Schweiß konnte trocknen. Kaum wurde es mal etwas kühler, weil die Glut den Tabak aus meinem Bauch entfernt hatte – ZACK! - steckte die nächste Füllung irgendeines billigen Krauts in mir und die Flamme kam näher.


Tja, das hinterlässt Spuren, macht nicht schöner oder besser schmeckend… und zum Dank für die Knüppelei wirst Du irgendwann, einfach so, mit ein paar Leidensgenossen in eine Plastiktüte geworfen. Na ja, man hat ja nur ein paar Mark gekostet… und doch hätte man sich von seinem Leben ein wenig mehr versprochen. Man glaubt, das war es. Ende…d as „Paradies“ ist eine Plastiktüte, in der man mit anderen unbeachtet vor sich hin stinkt. Ja… stinkt… ich kann nichts dafür. Keine Pflege, sie erinnern sich?


Doch dann kam alles anders. Zunächst griff mich eine Männerhand aus der Tüte, um mich auf ein Brett zu legen… und es kam eine Frauenhand, die auf MICH zeigte und sagte: “DIE ist hübsch. Kriegt man die wieder hin?“ Die Männerhand knurrte daraufhin so einige Dinge. Es ging um viel Dreck, Billigzeug, nicht lohnenden Aufwand, um ein Nylonmundstück und seltsame Verarbeitung - ich denke aber mal, damit war ich nicht gemeint…. denn man entfernte mir die Kohle aus meinem Bauch, bürstete mich innen und außen sauber, schliff mich ab, gab meiner Haut neue Beize, sogar Wachs und polierte mein Nylonmundstück von Hand, da es an der Maschine schnell verbrennt… kurzum, man machte mich quasi wie neu. Zwischendurch hörte ich es wieder von „viel zu viel Aufwand“ und „… was macht man nicht alles“ brummen. Dafür hatte ich aber keine Zeit, musste ich mich doch auf mein zweites Leben vorbereiten, in dem ich die viele Zuneigung für mich mit bester Rauchbarkeit und gutem Geschmack vergelten wollte.


Anscheinend gelingt mir das, denn die Frauenhand, die mich stopft, hält und reinigt, ist sehr sorgsam und lobt mich auch. Die Krönung ist, dass ich in einem Regal wohne… dort habe ich Vauen und Oldenkott als Nachbarn…d a hätte ich früher nicht einmal gewagt, von zu träumen.


Gelegentlich zeigt die Frauenhand mich herum. Dann höre ich „ungewöhnlich“ oder „originell“ und „schön“, das hätte früher, als ich jung war, niemand zu mir gesagt. Na ja, die Hände haben angeblich so eine Seuche… Nostalgie nennt man die… das könnte der Grund sein.

Ist auch egal, mir geht es jedenfalls gut, in meinem zweiten Leben… und man mag mich, weil ich so unkompliziert bin und fein funktioniere… halt einfach so, wie ich es damals mal gelernt habe. Scheint heute nicht mehr so häufig zu sein, deshalb haben die Hände solchen Spaß an mir. Warum ich das alles erzähle? Nun, vielleicht finden IHRE Hände ja mal einen Kollegen von mir. Dann werfen Sie ihn nicht gleich zurück, auch, wenn er abgearbeitet und verbraucht aussieht. Wir sind für jede Zuneigung dankbar und zeigen es auch. Lassen Sie es Ihre Hände doch auch einfach mal versuchen… mehr als einen Euro kostet es selten und vielleicht wird es dann auch eine so glückliche Geschichte wie meine?



Autor: Ralf Dings

Dienstag, 18. April 2017

Feuer mit Stil!

Natürlich kann man zur Befeuerung seiner Pfeifen auch zu einem Einweg-Feuerzeug greifen. Vom pragmatischen Standpunkt aus spricht nichts dagegen. Es gibt sogar ganze Gruppen von Pfeifenrauchern, die auf die soliden BIC-Lighter aus Frankreich schwören. Selbst „Upgrading“ ist möglich, erhält man doch unter der Marke „Sillems“ einen, unanständig teuren, Silbermantel, den man besagtem Wegwerfartikel überstülpen kann. Das macht dann, incl. Feuerzeug, auch rund 100 Euro und könnte sogar als kultig bezeichnet werden, durch die Mischung von verschwenderischem Prunk und Billigplastik.

Apropos Kult! Die Old Boy-Fans wird es bei dem Gedanken ebenso schaudern, wie die Verfechter des „Vernunft-Luxus“, die lieber fünfzig Euro sparen und ihren, ebenfalls sehr wertig gearbeiteten „Pearls“ die Stange halten. Damit sind wir bereits mitten im Thema und mitten im Problem. Der Pfeifenfan hat nun einmal gern eine besondere Feuerquelle, irgendwie gehört es dazu. Doch viele Pfeifenfreunde suchen nach besonderen Lichtern, die eben nicht den Gegenwert einer sehr ordentlichen Pfeife verschlingen.Während die traditionelle Streichholz-Fraktion jetzt schon entnervt abwinkt und sich spannenderen Themen zuwendet, wollen wir einmal schauen, was an kernig-kultigen Möglichkeiten besteht, ohne ein bescheidenes Budget zu sprengen.


ZIPPO - das war ja zu erwarten. Für ein Zippo spricht, dass es der Kult-Brenner überhaupt ist, eigentlich das „Feuerzeugdenkmal“ und recht kostengünstig zu erwerben. Selbst ein Mantel mit schickem Design oder in der schwereren, massiveren „ARMOR“-Ausführung muss die Fünfzig-Euro-Grenze nicht überschreiten. Beim Innenleben scheiden sich aber die Geister. Während die Hardcorer ihr Mantra vom unbedingt nötigen Benzin-Einsatz herunter beten, sind auch Gaseinsätze durchaus erhältlich und legitim. Wer nämlich gern große Pfeifenköpfe raucht und schon einmal versucht hat, mit der drucklosen Benzinflamme in tieferen Regionen dieser Pfeifen Restfüllungen zum Glimmen zu bringen, weiß eine weiter reichende, da mit Druck beaufschlagte, Flamme durchaus zu schätzen. Solche Gaseinsätze sind von mehreren Firmen erhältlich.


Richtig solide Lösungen sucht man zwar leider vergebens, die Einsätze von „ANGEL“ sind aber mechanisch durchaus ok und mit weit unter zehn Euro auch gut bezahlbar. Es gibt sie (bislang nur über Bestellung aus den USA) auch als Pfeifenversion. Dann tritt, wie beim Benzinbruder, die Flamme nicht oben, sondern durch ein Loch seitlich aus. Die normale Version mit Flammenaustritt nach oben ist aber für die Pfeife gut nutzbar. Nachteil der Einsätze sind das kleine Tankvolumen, das häufiges Nachfüllen nötig macht, und die etwas fummelige Einstellung, bis die richtige Flammengröße gefunden ist.

Eines muss klar sein. ZIPPO heißt immer auch, einfache, kernige Mechanik und ein robustes Image lieben zu müssen und zu wollen. Nichts funktioniert feinsinnigst und auf Fingerzeig. Klack, ratsch, ping! Das ist ZIPPO…. Fantastisch - wenn man es hemdsärmelig mag.


Windmill heißt die japanische Firma, die die Lizenzen für das legendäre IMCO-Feuerzeug erworben und wieder begonnen hat, dieses Prachtstück archaischer Feuerquellen zu produzieren. Nein, für ein paar Euro gibt es das nun nicht mehr, 25 Euro sind aber trotzdem ein akzeptabler Preis für dieses Stück Lighter-Nostalgie. Das hat nicht jeder, es ist robust, windsicher… aber eben auch mit Benzin betrieben… was zu den gleichen Problemen führen kann, wie beim oben erwähnten Sprit-ZIPPO.


Wer zwar die urige Optik des Imco möchte, aber nicht darauf erpicht ist, mit Watte, Benzin und Feuersteinen zu fummeln, kann tricksen. Die Firma COLTON bietet ein Gasfeuerzeug mit Piezo-Zündung in genau gleicher Form an. Für unter acht Euro erstaunlich wertig und haltbar… und vielleicht einen Versuch wert. Im weiten Feld zwischen Einweg-Feuerzeug und Prachtflammen vom Schlage eines Dunhill Varaflame oder DuPont dürfte jeder seinen flammenden Liebling finden. Dies hier waren nur populäre Beispiele, die sich im Alltag bewährt haben.

Eine Faustregel kann man allerdings aufstellen: „Wer billig kauft, kauft zweimal“ lässt sich vor allem bei den ZIPPO-Imitaten leicht unterschreiben. Papierdünne Mäntel, häufige Undichtigkeiten und Dienstverweigerungen zu den unpassensten Zeitpunkten sind an der Tagesordnung… und, um die Seele zu fragen, es gehört sich auch nicht! Zum ZIPPO-Feeling gehört der Schriftzug am Boden genauso, wie das charakteristische „Klack-Ratsch-Ping“, das weiter oben schon einmal Erwähnung fand. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Feuer machen !


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Die Ruhe steht oft vor dem Sturm!

Liebe Pfeifenfreunde,

über einen langen Zeitraum habt Ihr hier nichts Neues mehr zu lesen bekommen. Dabei hat sich ohne Frage auf dem Pfeifen- und Tabakmarkt viel getan. Für die meisten ist das Pfeiferauchen eine der schönsten Nebensachen der Welt. Das ist es auch für uns. Aber es ist nun mal auch eine Nebensache. Nicht mehr und auch nicht weniger!

Das bedeutet, dass alles, was wir hier im Blog tun und lassen, bereits über das bloße Rauchen und dem eigentlichen Hobby frönen hinaus geht. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir brauchten eine Auszeit.... und die haben wir uns genommen.

Jetzt geht es weiter und in Kürze erscheint der neueste Artikel zu unserer gemeinsamen Leidenschaft!


Ralf Ruhenstroth

Mittwoch, 18. Januar 2017

Kolumne: Die "unrunden" Tabake


Wie verdient man Geld? In dem man Artikel anbietet, die einer möglichst großen Menge an Konsumenten zusagen. „ZUSAGEN“ reicht von „mnja.. ganz ok“ bis „ supaaaa!“ Diesen Bereich abzudecken ist Aufgabe von Produktforschern, Designern oder, in unserem Falle, Mischmeistern. Wenn also ein, bei einem Großunternehmen beschäftigter, Mischmeister zu seinem Chef kommt, um dem eine Idee für einen neuen Tabak zu erläutern, wird die erste Frage des Chefs sein, wie viel sich davon verkaufen lässt, ob es massenkompatibel ist. Nun ist unser Mischmeister ein richtig guter (davon hat auch die Großindustrie welche!) und er erläutert dem Chef begeistert einen ganz großartigen, mutigen Nischentabak, den es bislang noch nicht gibt und freut sich daran, was ihm da Tolles eingefallen ist. Als Antwort erhält er ein Lob für seine, nach wie vor, unverwaschene Individualität, für seinen Mut und Ideenreichtum… und ein NEIN vom Buchhalter, der flugs errechnet hat, dass sich dieser Tabak nicht „lohnen“ wird. Idee im Keim erstickt.

Wir hatten das alles schon - im Brauereigewerbe. Da wurde auf Eigenständigkeit keinen Wert mehr gelegt. Unverwechselbarkeit wurde plötzlich als Manko, als Stolperstein auf dem Weg zum Millionenumsatz gesehen. Die Situation war so pervers, dass man stets nach dem Marktführer schielte, dessen Bier analysierte und die eigenen Leute damit beauftragte, dem Geschmack DIESES Bieres so nah wie möglich zu kommen… um auch einen Teil vom Umsatzkuchen zu erhaschen. Massengeschmack als Gottheit, Mainstream um jeden Preis. Die paar Konsumenten, die etwas anderes wollten, fielen einfach hinten herunter. Sollten sie doch sehen, wo sie bleiben… mit ihnen war schließlich nicht viel zu verdienen. Das Ergebnis war die logische Folge dieser Entwicklung. Beliebig austauschbare Einheitsbrühen, die man nur noch am Etikett unterscheiden konnte. Sie meinen, das sei ein Einzelfall? Ach ja?… Automobildesign, Schokoladengeschmack… es ist überall die gleiche Vorgehensweise.

Letztlich funktionierte das auch in der Pfeifentabak-Industrie eine Weile ganz gut. Wenn mal ein „neuer“ Tabak auf den Markt gebracht wurde, war der derart beliebig austauschbar mit anderen, bereits auf den Markt befindlichen Produkten, dass der Raucher eigentlich immer wieder enttäuscht wurde… bis es letztlich zu seinem Desinteresse führte. Einerseits reagierte die Industrie pikiert, weil das „Umsatzvieh“ diese angeblich so tollen, innovativen Tabake nicht abfeierte, am Ende war es aber egal… die Zahl der Pfeifenraucher ging kontinuierlich zurück, der Markt wurde immer unwichtiger. Wenn die paar Hanseln irgendwann kaum noch etwas an Tabak bekommen, werden sie auch den gesichtslosen Schund rauchen, den wir ihnen, billig produziert, vorsetzen - so glaubte man.


Doch es kam anders. Kleine, individuelle Anbieter gab es weiterhin. HU-Tobacco, Dan Pipe, Motzek, Roman Peter und auf der anderen Seite des Teiches Cornell & Diehl. Klugen Riesen, wie Mac Baren, entging nicht, dass die Entwicklung in einer Richtung verlief, die das Brauereigewerbe kurz vorher auch schon erlebt hatte. Kleine Anbieter schufen Biere, die sich gänzlich vom Hauptstrom unterschieden. Statt damit aber Schiffbruch zu erleiden, hatten eben diese Zwergenbrauer teilweise zweistellige Zuwachsraten. WEIL der Geschmack der Menschen eben ganz individuell ist, WEIL man deren Wünsche nach Genuss eben NICHT über einen Kamm scheren kann. Mac Baren registrierte mit Argusaugen, dass gerade die Anbieter besonderer, individueller Tabake ihren Fankreis rapide vergrößerten… und gerade der Erfinder des „Hausgeschmacks“ entschloss sich zu einem, für einen Großanbieter enorm mutigen, Schritt. Die HH-Reihe wurde geboren. Anderenorts wollte man so gern weiter schlafen und mit Phantasielosigkeit die Kohle abschöpfen und schüttelte deshalb verständnislos den Kopf.


Die überlauten Kassandrarufe verhallten ungehört… und sie waren unnötig. In Windeseile entwickelten sich die HH-Tabake zu regelrechten Rennern im Hausprogramm. Zu Rennern, mit denen sich auch tatsächlich Geld verdienen lässt. Chapeau, das war mutig und Dank für das gute Beispiel. Zeitgleich gewannen andere Faktoren enorm an Bedeutung. Einmal die, in absehbaren Jahren zu erwartende, Gefahr des Verbots von Aromen in Tabaken und die Tatsache, dass die Zahl der Pfeifenraucher wieder stieg und immer noch steigt und sich so neue Konsumentengruppen auftun.

Das erfolgreiche Beispiel von Mac Baren und die erwähnten Tatsachen haben dazu geführt, dass sogar ein, einst als „Billigaroma-Anbieter“ verrufenes Unternehmen wie PLANTA, plötzlich seine schlummernden Fähigkeiten entdeckt und auch den Mut hat, sie einzusetzen… und das mit Erfolg und in hoher Qualität. Wer immer noch den alten „Rum and Maple Singsang“ anstimmt, wenn er den Namen PLANTA hört, hat schlicht die Entwicklung der letzten Zeit verschlafen und sollte sich z.B. den „Empire“ mal gönnen. Selbst ein, in Hinsicht auf diese Entwicklung extrem verschnarchter Verein wie die STG (oder schmollen die noch?) reagiert auf den Verlust der Amphora-Tabake aus dem eigenen Portfolio mit der Einführung des „Clan Full Aroma“, der auch eine echte Bereicherung des Angebotes darstellt.



und unsere „Kleinen“? Die haben schon extrem freakige Ware im Programm… zum Teil auch schon länger. „Fajun Cake“ oder „Sissinghurst“ bei Hans Wiedemann, der völlig verrückte „BIBO“, den Michael Apitz bei und für Dan Pipe geschaffen hat (obwohl man sich gerade vom Haus Dan Pipe wünscht, dass da endlich mal „ein paar Gäule freigelassen werden“. Die Fähigkeiten hat man allemal, am Mut der Chefetage fehlt es !)… und die neuen Kreationen am laufenden Band, mit denen Tom Darasz (TAK/Motzek) aus Kiel in diesem Jahr die deutsche Pfeifentabak-Szene deutlich geprägt hat. Donnerwetter… es ist wieder richtig was los!


Dem deutschen Pfeifenraucher (und das ist jetzt eine mutige Behauptung!) ist es noch NIE so gut gegangen wie 2016. Solide Einsteigerpfeifen für 39 Euro (Venini, Vauen Basic) in einer Qualität, die aller Ehren wert sind, ein enormes Angebot an Pfeifen, das, durch das Internet bedingt, nie so einfach zu erreichen war, eine Vielzahl an Tabaken, die nun wirklich jeden Nischengeschmack abdecken, eine großartige (wenn auch kleine) Truppe von Fachhändlern, die engagiert hinter dem Produkt Pfeife steht… und stabile Zahlen beim dringend benötigten Nachwuchs.


Schluss jetzt mit der Jammerei und dem Schwarzsehen. Augen auf, informieren, genießen und freuen. Dies ist mein Wunsch an den geneigten Leser, in den letzten Zeilen, die ich im Jahr 2016 für den Blog schreibe. Von meiner Seite wünsche ich Ihnen ein gutes, gesundes Jahr 2017!

Ihr Ralligruftie


Autor:
Ralf Dings

Esoterica - Pembroke

Es gibt Tabakhersteller, die umweht die gewisse Aura des Besonderen. Bei manchen möchte ich sogar den Begriff Mythos verwenden. Eine dieser Firmen ist für mich die Firma J.F. Germain & Son von der britischen Kanalinsel Jersey. Aufgrund der Tatsache, dass diese Firma offenbar derart klein ist, sind die meisten ihrer Tabake so gut wie immer vergriffen. Das ist hierzulande an den tollen Flakes wie „Special Latakia Flake“ oder auch dem „Brown Flake“ zu spüren. Nach telefonischer Auskunft der Firma Planta, die den Import der Germains Tabake für Deutschland organisiert, wird selbst auf Telefonanrufe bei Germains nicht wirklich reagiert. Dies steigert bei Freunden der Jersey Tabake das Verlangen danach nur noch mehr.
Für uns in Deutschland leider nicht erhältlich sind die Germains Tabake der „Esoterica“-Reihe. Das sind durchweg auch in den USA nur sehr selten zu erhaltende Tabake und einige dieser Blends sind zu regelrechten Legenden geworden. Ich spreche in diesem Zusammenhang von „Penzance“ oder auch dem „Stonehaven“. Ein weiterer Tabak aus dieser Familie ist der „Pembroke“. Und der ist übrigens daran Schuld, dass ich zum Esoterica- und somit zum Germains-Fan geworden bin.


Es handelt sich um einen Tabak der englischen Richtung mit einem Flavour. Auf der Dose heißt es „Choice English, Cognac Blend“. Alles klar. Cognac also. Öffnet man die Dose, ist das auch augenblicklich zu riechen. Sogar aus einem Meter Entfernung. Wer jetzt vielleicht denken mag, dass das vielleicht etwas zu heftig sein mag, dem sei versichert, das ist es überhaupt nicht. Der alkoholische Duft in Kombination mit dem Geruch eines guten Engländers ist derart lecker, dass man am liebsten sofort rein beißen möchte. Germains typisch, ist die innere Papierverpackung regelrecht durchgezogen mit dem Tabak. Ein wirklich sicheres Indiz, mit welchem Hersteller man es hier zu tun hat.

Der Tabak an sich präsentiert sich als fein geschnittene dunkle Mischung aus Latakia, Orient und Virginia. Allein die Optik des Schnittbildes lässt schon ein unkompliziertes Rauchvergnügen vermuten. Diese Vermutung wird dann auch vollends bestätigt. Der Tabak lässt sich einfach einfüllen, er benötigt keine Trocknung oder ähnliches, sondern lässt sich ganz einfach mit 1 bis 2 Versuchen zum Glimmen bringen. Das erste Drittel der Füllung wird vom Cognac dominiert. Ich würde aber nie behaupten, es hier mit einem reinen Aromaten zu tun zu haben. Der Latakia, und vor allem der Orient, sind immer deutlich dabei. Vom enthaltenen Virginia kann ich nicht wirklich was schmecken. Wahrscheinlich dient er zur Bereitstellung oder Steigerung der Süße.


Ab dem zweiten Drittel gibt es einen Wechsel des Hauptdarstellers. Die Aromatisierung tritt in den Hintergrund und überlässt dem Orient und dem Latakia die Bühne, blitzt aber immer wieder auf eine angenehme Art hervor. Dieser Geschmackseindruck erhält sich jetzt bis zum Ende der Pfeife. Aromatisierte, englische Mischungen sind sicher nichts für jeden. Wer aber einen qualitativ guten Engländer haben möchte, bei dem die Süße des Latakia und Virginia noch durch ein wenig Cognac unterstützt wird, der wird hier begeistert sein. Sollte einem also, trotz der Seltenheit, mal eine Dose davon zwischen die Finger kommen, man kann sich sicher sein, nicht nur eine Rarität ergattert zu haben, sondern schlichtweg auch einen guten Tabak.

In diesem Sinne mit vielen Grüßen aus Ostfriesland,

Björn Rippen